Sonntag, 2. Juni 2013

Rezension "Zwei an einem Tag" von David Nicholls


Wenn man zwanzig Jahre braucht, um zubegreifen, dass man sich liebt...

Copyright Heyne Verlag

Originaltitel: One Day
Autor: David Nicholls
VerlagHeyne 
Genre: Roman, Liebesgeschichte
Reihe: Nein
Seitenzahl: 544
Format: Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 14. März 2011













Inhalt


1988: Emma und Dexter lernen sich bei ihrer Abschlussfeier kennen und verbringen eine Nacht miteinander.
Am nächsten Morgen trennen sich ihre Wege und das Leben beginnt für sie beide. Es zeigt ihnen Erfolg und Enttäuschung, Glück und Unglück und die Antwort zu der Frage, wo sie an jenem Tag der gemeinsamen Nacht in den darauffolgenden Jahren stehen werden. Miteinander oder getrennt?

Sie können sich nicht vergessen, aber sie verpassen sich immer wieder..
 

Meinung


Ein wahnsinniger Bestseller, Millionen von entzückten Frauen, ein erfolgreicher, zu Tränen rührender Kinofilm und die Frage nach dem Zuklappen des Buches:
Was will mir der Autor jetzt damit sagen?

Die Antwort:
Ich weiß es nicht. Außer, dass man vermuten könnte, dass er viel Unglück in seinem Liebesleben hatte, oder dass er in seinen 20ern sein Leben ähnlich vergeudet hat, wie es die beiden Protagonisten uns vormachen, fällt mir nichts ein.

Das klingt jetzt so negativ, soll es aber nicht!
Das Buch ist nicht schlecht, es ist nur schwer zu bewerten, da es so unglaublich viele Facetten hat und ich mir nicht sicher bin, ob die guten oder die schlechten überwiegen.

Die Idee gefällt mir zum Beispiel sehr gut. Sie ist romantisch ohne großartig kitschig zu sein, da es im Leben von Emma Morley und Dexter Mayhew eben nicht Friede-Freude-Eierkuchen verläuft.
Außerdem mag ich Geschichten, die mit Schicksal zu tun haben allgemein sehr gern und dieses Buch zählt da auch ein bisschen dazu.

Dann kommt aber schon der erste Kritikpunkt.
Natürlich es ist realistisch, dass das Leben kein Ponyhof ist und wie ich oben schon sagte, hat mir das generell gut gefallen, aber die Art wie David Nicholls den beiden Protagonisten Steine in den Weg legt, hat mir ganz und gar nicht gefallen.
Wenn man das College mit 1,0 in Englisch und Geschichte abschließt und dann Kellnerin in einem Fastfood-Restaurant wird, ist das einfach unglaubwürdig.
Das soll auf keinen Fall gegen Kellner in Fastfood-Restaurants sein!
Aber es ist ja nicht so, dass Emma Morley keine Träume hat. 
Sie will Lehrerin werden und ein Buch schreiben, der Kellnerjob macht ihr auch gar keinen Spaß, sie kriegt es einfach nicht auf die Reihe einfach zu einer Schule zu gehen und sich zu bewerben und mit ihrem super Abschluss ist es ja eigentlich nicht so schwer eine Stelle zu finden.
Dazukommt, dass sie unzufrieden mit ihrer Wohnung und ihrer Mitbewohnerin ist.
Am liebsten hätte ich an solchen Stellen das Buch angebrüllt und gerufen: "Mensch, Mädel! Werde Lehrerin und zieh einfach aus!!!"

Ich hoffe, ihr könnt merken, dass der Fehler an den Protagonisten liegt.
Denn nicht nur Emma ist so trantütig und selten dämlich, wenn ich das mal so sagen darf.
Auch Dexter macht sich das Leben unnötig schwer, wenn auch auf eine andere Art und Weise wie Emma.

Im Gegensatz zu ihr kommt er aus reichem Hause, sein College-Abschluss ist zwar nicht so brillant wie Emmas, aber im Durchschnitt, er sieht gut aus und ist beliebt.
Eigentlich sehr gute Voraussetzungen, um es zu etwas zu bringen (Ausssehen ist dabei natürlich nicht so wichtig, aber eine nette Zugabe, auch in den 90ern.).
Und was passiert? Er ist dauerbetrunken, dauerbreit und hat ständig wechselnde Freundinnen und wechselnde Freunde, die ja ach so cool sind.
Und obwohl er sich einredet, dass er glücklich ist, ist er es natürlich nicht. Letztendlich wird er Fernsehmoderator für eine Spätsendung, aber sein bescheuertes Verhalten wird dadurch auch nicht besser.
Den Tiefpunkt meiner Sympathie erreichte er dann, als er anfing, jedes Mal, wenn er betrunken oder high war, bei Emma anzurufen und ihr zu sagen, wie sehr er sie doch brauche und was für ein toller Mensch sie doch ist.

Für Emma konnte ich mich dann auch später wieder erwärmen, nachdem sie endlich Lehrerin wurde. Mit Erfolg! Die Kinder mögen sie und vertrauen ihr. Und sie zieht endlich bei ihrer Mitbewohnerin aus.

So weit so gut. Dann geht es nämlich wieder los mit dem Rumgeheule, weil sie dann mit einem Typen zusammen ist, den sie eigentlich gar nicht richtig mag und aber die ganze Zeit etwas davon redet, dass sie ja versuchen kann ihn zu lieben und das man ja auch mit der Zeit lieben kann.
Unsinn jedenfalls.

Bevor ich euch jetzt aber die komplette Handlung der Geschichte verrate, höte ich jetzt besser auf mich über das Geschehen und die Protagonisten aufzuregen, sondern komme zu dem Schreibstil.

Der war einfach toll. Eine Mischung zwischen abgeklärter Sachlichkeit, leicht philospohisch und leicht ironisch. 
Meine Lieblingsstelle ist auf Seite 269, die kann ich euch aber leider nicht aufschreiben, da man sonst zu viel vorwegnimmt.
Schaut sie euch selbst an! Sehr rührend und sehr schön und die Stelle verkörpert genau den Stil David Nicholls.

Genauso rührend war das Ende.
Die meisten von euch wissen wie es ausgeht, trotzdem versuche ich mich so unspoilerhaft wie möglich auszudrücken.
Es ist wahnsinnig traurig, der Epilog meisterhaft formuliert und genauso hoffnungsvoll wie das eigentlich Ende traurig ist.
Und das ist auch die einzige Stelle, bei der ich genau wusste, was der Autor sagen möchte, wenn er überhaupt etwas sagen möchte.
Versuche schnell zu merken, was du willst, denn irgendwann ist es für manche Sachen zu spät und du wirst es bereuen!


Fazit


"Zwei an einem Tag" von David Nicholls ist ein Buch, dass sich zwischen Tag und Nacht aufteilt, wenn ihr versteht, was ich meine.
Wunderbar ist die Idee, der Schreibstil und das Ende, aufgeregt habe ich mich über die Protagonisten und ihre Entscheidungen ihr Leben zu führen.
Das ist zwar nur ein Punkt gegen drei, aber die Protagonisten sind einfach nunmal für mich das Wichtigste in einem Buch und deshalb vergebe ich 3-3,5 von 5 Sternen.
Jetzt möchte ich aber auf jeden Fall den Film sehen!


Challenges


  • Chaos-Challenge --> Nr.12: "Lies ein Buch, auf dessen Cover ein Paar zusehen ist."
  • ABC-Challenge der Protagonisten --> D wie Dexter
  • Ultimative-Lesechallenge --> Lese einen erotischen Roman, alternativ auch einen Liebesroman
  • Buchchallenge --> Nr. 1: Ein Buch mit mindestens 500 Seiten
  • ABC-Challenge 2 --> Z     

Kommentare:

  1. Hallo,

    das Buch wollte ich schon lange mal zur Hand nehmen, vielleicht schaff ichs nach der Rezension endlich mal.

    LG Ingrid

    P.S. Schau doch auch mal bei mir vorbei: http://lebensleseliebelust.blogspot.de/

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    1. Vielleicht gefällt es dir ja auch noch besser :)!
      Schau gleich mal vorbei ^^..

      Liebe Grüße,
      Clärchen :)

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  2. Ich mag deine Rezi <3.
    Auch wenn ich das Buch nicht gelesen habe, kenne ich die Geschichte ja einigermaßen und kann deine Kritikpunkte gut verstehen.
    Und den Anfang der Rezi finde ich total toll geschrieben!
    Lass mich raten: Die Stelle, die du meinst, ist die, wo sie sagt, dass sie ihn nicht mehr leiden kann, oder so ähnlich? :D

    LG =)
    Charlie

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    1. Daaanke <3333 :)!!!

      Jaaa, diese Stelle, wo sie sagt, dass sie ihn lieb hat, aber das sie ihn in dem Moment nicht mag :/. War schon irgendwie berührend.

      Den Film muss ich sehen *_* (Anne Hathaway und so^^)!

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